Eifelsteig Start Etappe 1 Aachen Kornelimünster

Eifelsteig – unser Finale.

Nun ist es schon wieder eine Weile her, dass unser Wandertrio zuletzt die Schuhe geschnürt hat. Für Ende April hatten wir uns die ersten beiden Eifelsteig-Etappen vorgenommen – die letzten beiden für uns, denn dann haben wir die 313 km von Aachen nach Trier komplett bestritten. 

An einem warmen Tag brachen wir als auf. Unser Startpunkt war nicht Kornelimünster, sondern der Aachener Waldfriedhof. Da wir inzwischen längere Märsche gewohnt sind, kamen uns die 14 Kilometer der ersten Etappe ein bisschen wenig vor. Außerdem gab es mal wieder einiges zu bequatschen, sodass wir definitiv mehr Zeit brauchten um allen Themen gerecht zu werden. 

Eifelsteig Aachener Wald
Eifelsteig Start Etappe 1 Aachen Kornelimünster

Durch lichten Buchenwald folgten wir also dem Zubringer zum Eifelsteig nach Kornelimünster. Dort angekommen, gönnten wir uns erstmal eine Kugel Eis auf dem historischen Marktplatz. Klug, wer die Kugel im Hörnchen bestellt, denn auf den nächsten Kilometern gibt es erstmal keinen Mülleimer um den Eisbecher zu entsorgen. Zunächst führte uns der Weg ganz idyllisch an der Inde entlang. Die Sonne schien hell durch die frischgrünen Blätter. An einem Reiterhof angekommen bogen wir ab um einen Hügel zu erklimmen – die ersten echten Höhenmeter ließen uns kurz schnaufen, bis wir dann parallel zum Vennbahnradweg weiter voran kamen. Der Himmel war blau, die Wiesen grün und, dass wir uns nur weniger Kilometer von zu Hause befanden, hatten wir bald vergessen. Zwar passierten wir Dörfer, deren Namen wir seit Jahren auf den Schildern lesen und deren Sportplätze wir kennen – aus Wandererperspektive sah doch plötzlich alles anders aus. Diese offizielle erste Etappe des Eifelsteigs führte uns ohne größere Hindernisse nach Rott, wo dann der Anstieg nach Roetgen ansteht, den wir mit dem Auto fahrend die „Himmelsleiter“ nennen. Ein landschaftliches Hightlight erwartete uns auf der Hochebene. Wir folgten zu einem Teil der Struffeltroute, die über Holzstege durchs Venn und schließlich zur Dreilägerbachtalsperre führt. Wie der Eifelsteig so ist, durften wir anschließend alle hinabgestiegenen Meter wieder hinaufklettern. Auf den letzten Metern erwartete uns auch die Passage, wo einige Wochen zuvor ein Tornado Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt hatte. Durch den Friedhof der Bäume streifend, malten wir uns nochmal die Wucht dieses Sturms aus und folgten mit den Augen der Schneise, die er geschlagen hatte. Uralte Eichen, wie Streichhölzer abgeknickt. Glücklicherweise wurden keine Menschen verletzt.

Eifelsteig Etappe 1 Struffeltroute Hohes Venn
Eifelsteig Etappe 1 Struffeltroute Hohes Venn
Eifelsteig Etappe 1 Roetgen Tornado Bäume

Wir trödelten ein bisschen herum, denn trotz unserer Verlängerung, waren wir so früh am Ziel, dass die Pizzeria noch geschlossen hatte. Schließlich saßen wir aber pünktlich zum großen Regen mit Pizza und Radler am Tisch und fragten uns allmählich, wie wir wohl den letzten Kilometer zur Unterkunft trocken zurücklegen könnten. Die Taxiunternehmen waren angeblich alle ausgebucht, daher entschieden wir uns für den Bus und hatten ausnahmsweise einmal Glück – der nächste ließ nicht lange auf sich warten und nahm uns die eine Station sogar kostenlos mit. Bei der Pension Brunnenhof im Zentrum von Roetgen wurden wir nett empfangen und bezogen ausgelassen unser Zimmer. Frische Luft, volle Mägen, 19 Kilometer und zwei Radler taten nun ihre Wirkung und wir drehten die Heiterkeit nochmal voll auf, bevor wir schließlich zufrieden in die Federn fielen. 

Das Frühstück am nächsten Morgen ließ keine Wünsche offen und der Regen hatte sich auch verzogen, sodass wir fröhlich zur letzten Etappe unseres Eifelsteig-Abenteuers starten konnten. 

Unser Eifelsteig Finale

Die Abenteuerhosen trugen uns also wieder in den Wald – halt, vorher gab es noch zwei Schaukeln am Wegesrand, die unbedingt getestet werden mussten. Dann ging es weiter durch Frühlingswald und über Feldwege. Doch noch ein paar Regentropfen? Oder hat einer gespuckt? Nein, die Sonne setzte sich weiter durch. Wieder einmal hatten wir Glück und entgegen aller Prognosen gab es wettertechnisch keine bösen Überraschungen. Die zweite Etappe hat leider im zweiten Drittel einen Schönheitsfehler – Kilometerlang geht es dort auf asphaltiertem Weg schnurgerade durchs Venn. Die Sonne knallt, der Wind pfeift und das Ende rückt nur langsam näher. In Mützenich angekommen haben wir uns kurz verlaufen, aber da wir uns in unserer Heimat ja auskennen, war das nicht so tragisch und wir fanden den Weg schnell wieder. Nach einem kurzen Plausch bei einer Freundin ging es weiter in Richtung Monschau. Hier eröffneten sich nochmal völlig neue Perspektiven und Aussichten auf den Ort, wo wir schon so viele Male gewesen sind. Die Stadt war gut besucht und wir belohnten uns mit Apfelstrudel und Mohnkuchen im Café am Roten Haus. Die ganz große finale Euphorie blieb irgendwie aus – vielleicht, weil wir diesmal nur zwei Tage unterwegs waren, oder weil wir wussten, was uns erwarten würde. Nun können wir uns ein neues Wanderprojekt überlegen, denn die Touren sind doch inzwischen ein fester Bestandteil eines jeden Jahres. An das Abenteuer Eifelsteig können wir stolz einen Haken machen. Und liebe Wanderwege und Unterkünfte – nehmt euch in Acht, wenn wir ein nächstes Mal die Abenteuerhosen aus dem Schrank holen!

Eifelsteig Finale Etappe 2
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