Der kürzeste Tag, die dunkelste Nacht.

Die Wintersonnenwende liegt hinter uns – sechs Monate hin, sechs Monate her. Nun ist der nächste Sommer näher, als der letzte. 

Was ein Jahr! Abseits des Gartens ging es äußerst turbulent zu, es gab Tiefen, leider mehr als Höhen. Doch dieser kleine Garten hat in diesem Jahr gute Dienste getan. Kaum dort angekommen, wirkten die Tiefen nur noch halb so tief. Nie habe ich so viele Lagerfeuer gemacht und bis weit in die Nacht hinein draußen gesessen, dabei die Zeit vergessen. Nie hingen so viele Lichter im Kirschbaum, wie in diesem Jahr. Wimpel flatterten im Wind, Fackeln beleuchteten den Weg, lautes Lachen erfüllte die 300 Quadratmeter. Es gab Tischtennisturniere. Es gab Wasserbombenschlachten. Das Fernsehen war da! Aus allen Ecken sprachen mich plötzlich Menschen auf den Garten an. Irgendwie ist das doch ein Thema in dieser aufregenden Zeit. Faszination und Begeisterung über meinen kleinen Beitrag zur WDR Gartenserie. Mich hat das überrascht – wussten doch viele Leute von meinem noch recht jungen Hobby. Bis dahin hielt ich das Gärtnern für eine notwendige, wunderbare Selbstverständlichkeit, die zum Leben dazugehört. Oder sagen wir, zu einem ausgeglichenen Leben. Wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum ich vor bald 5 Jahren ohne zu Zögern den Garten übernahm. Weil mir diese Selbstverständlichkeit zuvor abhanden gekommen war, wie vielen anderen. Nach diesen letzten Gartenjahren kann ich uneingeschränkt jedem so ein Fleckchen grünes Land empfehlen. Zum Austoben, Runterkommen, Zuhören, Kreativ werden. Und sei das Fleckchen noch so klein.

Tja, er war lang, dieser Sommer. Und heiß. Zunächst habe ich mich darüber gefreut. Aber trügerisch ist dieses Wetter, weiß man doch, dass diese Hitze nur eine Ausnahme sein darf, dass wir diese Trockenheit nicht endlos ertragen können. Immer hin- und hergerissen zwischen der Freude über die sonnigen Tage und den Zweifeln, was uns der Klimawandel noch bescheren wird.

Bis in den Oktober hinein war es warm und so dauerte es diesmal eine ganze Weile, bis sich endlich winterlich-weihnachtliche Stimmung einstellte. Doch der dritte Advent half mir ein bisschen auf die Sprünge. Endlich ein paar weiße Flocken über Monschau. Endlich sah es aus, wie es auszusehen hat. Endlich schmeckte der Kakao da draußen. Endlich kam da ein Hauch der kindlichen Vorfreude auf.

Und nun hat sich die Hektik gelegt, die letzten Aufträge sind erledigt, alle verschwinden in den Ferien und kommen zur Ruhe. Ein bisschen Zeit um auszuschlafen, spazieren zu gehen, liebe Menschen zu treffen und ganz langsam Pläne zu schmieden. Das wünsche ich euch. Denn in ein paar Tagen liegt da wieder ein neues Jahr vor uns, wie ein weißes Blatt Papier, das gefüllt werden will.