Samstagmorgen im Garten

Samstagmorgen

Ich wache auf. Kurz bevor der Wecker klingelt. An einem Samstagmorgen im Juni. Die ersten Sonnenstrahlen fallen durch die grau-blauen Vorhänge vor den Sprossenfenstern. Einige Autos rauschen vorbei. Es ist Samstag, doch noch schläft das Dorf und es ist still – abgesehen vom sommerlichen Vogelkonzert. Schon bald kriechen die Menschen aus den Vorgärten. Die Feuerwehrleute treffen sich zum Auto putzen. Manche kommen schon vom Einkaufen zurück, andere sitzen unterm Sonnenschirm und genießen das samstägliche Frühstück. Die Sonne klettert schnell hiner den Bäumen hervor, trocknet die taunasse Wiese und lässt die Menschen Pläne schmieden für den Tag.

Gartenarbeit, Sonnenstunden, Baumhaus bauen, Frühjahrsputz, ein Staudamm im Bach, ein Ausflug zum See oder ein Picknick im Feld? Es ist nicht so, dass das Landleben langweilig ist. Es erfordert nur ein bisschen Kreativität. Manchmal vermisse ich heute die Sorglosigkeit, die Umwege, das Experimentelle. Ja, das Unperfekte. Denn wenn man den Dreh einmal raus hat, dann sind die Möglichkeiten eines einzigen Landkindertages nahezu grenzenlos. Die einzige Grenze ist vielleicht die Nacht.

Kennt ihr das, wenn es dunkel wird? Nach einem langen Sommertag? Die Wiese wird feucht, die Luft so klar, die Haut riecht nach Sonne und ein bisschen erdig. Die Augen werden langsam schwer vor lauter Sonnenlicht.

Eine Katze läuft vorbei und die Lampen am Haus gehen an. Schlafenszeit.

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